Therapeuten für Pflegeleistungen sind gar nicht verfügbar

19.07.2018
002/18

Pressemeldung

Christine Donner
Foto: BED

Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Zeitungen und Nachrichtenportale plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unter anderem den Einsatz auch von Ergotherapeuten in der Pflege. Diese sollten, so der Minister, von der Pflegeversicherung bezahlte Leistungen übernehmen können.

Christine Donner, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes für Ergotherapeuten in Deutschland e.V., begrüßt das Engagement des Gesundheitsministers für den Gesamtkomplex der Heil- und Pflegeberufe. „Endlich hat ein Minister ein offenes Ohr für dieses wichtige Anliegen.“ Viele sehr begrüßenswerte Initiativen sind in den letzten Monaten gestartet worden.

Der Einsatz von Ergotherapeuten und anderen Heilmittelberufen in der Pflege ist nach derzeitigem Stand der Dinge allerdings reines Wunschdenken. Die therapeutischen Praxen leiden unter einem massiven Fachkräftemangel, so dass kaum Therapeuten für einen fachfremden Einsatz zur Verfügung stünden.

„Jede Fachkraft aus einem Heilmittelberuf, die in die Pflege abwandert“, warnt die Vertreterin der Ergotherapeuten, „macht die dramatische Situation für die Praxisinhaber noch schlimmer!“

Ende 2017 waren in Deutschland in der Berufsgruppe der nicht ärztlichen Therapie und Heilkunde rund 6134 Fachkräfte arbeitslos gemeldet. Dem standen 8719 offene Stellen gegenüber. Damit dürfte klar sein, dass die gute Idee des Ministers zumindest hinsichtlich der Ergotherapeuten und anderen Heilmittelberufen in der Pflege am Mangel an Fachkräften scheitern wird.

Christine Donner ermutigt den Minister ungeachtet dessen in seinem Einsatz für die Verbesserung der Situation im Heil- und Pflegebereich nicht nachzulassen.

 

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