Bundesweite #Kreideaktion auch in Lippstadt

Die Kreideaktion startet in Lippstadt
am Bernhardsbrunnen

In über hundert Städten haben sich Gruppen von Therapeuten gefunden, um an der bundesweiten Kreideaktion von Therapeuten am Limit teilzunehmen. Auch in Lippstadt im Kreis Soest fanden sich gut zwei Dutzend Heilmittelerbringer aus allen Berufen zusammen. „Treffpunkt Bernhardsbrunnen“ war in der WhatsApp Gruppe vereinbart worden. Der Brunnen liegt zentral am Beginn der Fußgängerzone. Aufmerksamkeit des Publikums ist sicher. Um Punkt 11 Uhr verschönerten die Therapeutinnen und Therapeuten das Pflaster rund um den Brunnen mit den Hashtags #therapeutenamlimit und anderen Informationen rund um die desolate Situation der Heilmittelerbringer.

Auch die Presse war anwesend. Die örtliche Zeitung will berichten. Evemaria Kaiser, Physiotherapeutin aus Lippstadt, und Sabine Winnemöller, Ergotherapeutin aus Geseke, gaben gerne Auskunft. Die Bürokratie drückt. Zwei Stunden am Schreibtisch jeden Tag, die Zeit fehlt für die Patienten. Der Fachkräftemangel macht das Leben schwer. Die Vergütung der Behandlung von GKV- Patienten ist so, dass die Praxen kaum wirtschaftlich zu führen sind. Die Versorgung der Patienten und damit auch deren Gesundheit sind in Gefahr. Abhilfe schaffen kann jetzt das Sofortprogramm von Roy Kühne, da waren sich alle anwesenden Therapeuten einig. Ob es durchkommt, da war man eher skeptisch. Zu lange und zu schlechte Erfahrungen mit der Politik.

Interessierte Passanten kamen mit den Therapeuten schnell ins Gespräch. Vor allem aber die Patienten sprachen ihre Therapeuten an. In einer mittleren Stadt wie Lippstadt kennt man sich. Die Fußgängerzone ist gut frequentiert. Die Patienten merken es am ehesten an den Wartezeiten in den Praxen. Es vergehen oft Wochen, bis sie einen Termin bekommen. Bei Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen wird das sehr konkret, was es bedeutet, dass die Situation der Heilmittelerbringer desolat ist. Denn die Situation der Patienten wird dann schnell dramatisch.

Vom Bernhardsbrunnen mitten in der Stadt ging es zu den Niederlassungen der Krankenkassen. Wir wollen die Kassen ins Boot holen, das war der Tenor der Therapeuten. Die Hashtags #kreideaktion, #therapeutenamlimit, #spahnistamzug, #SofortprogrammTherapieberufe, #PatientenohneTherapeuten, #Therapeutenbrexit zieren nun auch dort das Pflaster vor den Gebäuden.

Weiter ging es in Richtung Marktplatz. Auch dort machten die Heilmittelerbringer auf sich aufmerksam. Egal ob Logopäde, Diätassistentin, Physiotherapeutin, Podologe oder Ergotherapeutin, hier hockt man nebeneinander auf dem Straßenpflaster. Die Kreide schwindet unter den Händen, man hat gut vorgesorgt. #therapeutenamlimit, aber die Kreide reicht noch.

Begegnung mit Wilhelm Börskens (CDU),
stellvertretender Landrat des Kreises Soest

In der Fußgängerzone gab es eine spontane Begegnung mit Wilhelm Börskens (CDU), stellvertretender Landrat des Kreises Soest. Der Kommunalpolitiker ließ sich über die Situation der Therapeuten informieren. Die Politik, auch die Kommunal- und Landespolitiker wissen oft zu wenig über die Probleme. Natürlich ziert das Pflaster vor dem Stand der Partei auch schnell eine Reihe von Hashtags #kreideaktion, #therapeutenamlimit!

Immer wieder werden die Smartphones gezückt und fotografiert. Es wird geteilt und getwittert, was das Zeug hält. Die Stimmung ist gut. Endlich passiert etwas. Die Basis ist in Bewegung und läßt sich jetzt auch nicht mehr bremsen. Ende ist erst, wenn es wirklich besser ist. Das merkt man an der Motivation nur zu deutlich.


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